Sie sind hier:

Mikrozensus - Häufig gestellte Fragen

Ihr Haushalt wurde für den Mikrozensus ausgewählt oder Sie interessieren sich für eine Tätigkeit als Interviewer/-in? Hier werden die wichtigsten Fragen zum Mikrozensus beantwortet. Sollten Sie die gewünschte Information hier nicht finden, können Sie sich gerne persönlich an uns wenden. Ihre Anfragen werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Kontakt

Gibt es eine gesetzliche Grundlage für den Mikrozensus?

Rechtsgrundlage für den Mikrozensus ist:

  • Ab 2017: Gesetz zur Durchführung einer Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und die Arbeitsmarktbeteiligung sowie die Wohnsituation der Haushalte (Mikrozensusgesetz – MZG) vom 7. Dezember 2016 (BGBl. I S. 2826) MZG 2017 (pdf, 232.4 KB)
  • Vor 2017: Gesetz zur Durchführung einer Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt sowie die Wohnsituation der Haushalte (Mikrozensusgesetz 2005 – MZG) MZG 2005

Der Mikrozensus ist eine repräsentative Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland. Rund 830.000 Personen in etwa 370.000 privaten Haushalten und Gemeinschaftsunterkünften werden stellvertretend für die gesamte Bevölkerung zu ihren Lebensbedingungen befragt. Dies sind 1 Prozent der Bevölkerung, die nach einem festgelegten statistischen Zufallsverfahren ausgewählt werden. Im Land Bremen werden rund 3.600 Haushalte befragt.

Seit 1957 gibt es den Mikrozensus. Er stellt Daten zur Bevölkerungsstruktur sowie zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bevölkerung bereit. Mit Informationen zu Familie und Lebenspartnerschaft, Arbeitsmarkt und Erwerbstätigkeit, Beruf und Ausbildung hat sich der Mikrozensus zu einer wichtigen Datenquelle für eine bedarfsorientierte Planung entwickelt. Genutzt werden die Statistiken von Verantwortlichen aus Parlamenten und Verwaltung, von der Wissenschaft wie auch der breiten Öffentlichkeit.

Um die Situation auf dem europäischen Arbeitsmarkt beurteilen zu können, sind Daten zur Erwerbstätigkeit und Beschäftigung unverzichtbar. Das Frageprogramm des Mikrozensus enthält deshalb seit 1968 auch Fragen, die zufällig ausgewählte Personen in allen EU-Staaten beantworten.

Diese Fragen sind Teil der Arbeitskräftestichprobe der Europäischen Union. Die Verknüpfung beider Fragenprogramme entlastet die Befragten insgesamt, Aufwand und Kosten werden reduziert. Die Daten dieser Arbeitskräftestichprobe sind Grundlage für gemeinschaftliche EU-Programme zu mehr Beschäftigung, besserer Ausbildung und gegen Arbeitslosigkeit.

Genaugenommen wurden nicht Sie als Person, sondern das Gebäude bzw. der Gebäudeteil (z. B. bestimmte Etagen/Stockwerke in Großgebäuden), in dem Sie wohnen, für die Mikrozensus-Befragung ausgewählt. Die Auswahl erfolgt nicht willkürlich, sondern nach mathematisch-statistischen Regeln. So wird gewährleistet, dass jede Wohnung die gleiche Wahrscheinlichkeit hat, ausgewählt zu werden.

Ausgewählte Wohneinheiten können nicht gegen andere ausgetauscht werden. Erst diese Vorgehensweise garantiert verlässliche und repräsentative Ergebnisse. Grundlage der Zufallsauswahl ist das bewohnte Bundesgebiet. Es ist in Flächen mit etwa gleich vielen Wohnungen (6 bis 12 Wohnungen) eingeteilt. Von diesen Flächen (Auswahleinheiten) werden per Zufall 1 Prozent der Wohnungen ausgewählt, die zu sogenannten „Auswahlbezirken“ zusammengefasst werden.

Ja. Um eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung zu erhalten, muss für alle Mitglieder eines ausgewählten Haushaltes Auskunft gegeben werden. Die Auskunftspflicht gilt für Volljährige sowie Minderjährige, die einen eigenen Haushalt führen. Für Minderjährige oder Behinderte, die nicht selbst Auskunft geben können, müssen andere volljährige Personen des Haushalts antworten. Ihre Auskunftspflicht für Dritte erstreckt sich auf Ihnen bekannte Sachverhalte. Sie gilt als erfüllt, wenn die Auskünfte für das minderjährige oder behinderte Haushaltsmitglied durch eine Vertrauensperson gegeben werden. In Gemeinschafts- und Anstaltsunterkünften ist für Personen, die aufgrund einer Behinderung oder wegen Minderjährigkeit selbst nicht Auskunft geben können, die Leitung der Einrichtung auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht können Sie nicht befreit werden, auch nicht alters- oder krankheitsbedingt.

Wenn nicht alle Personen antworten müssten, wären einige Bevölkerungsgruppen in der Stichprobe nicht genügend vertreten bzw. andere würden dominieren. Der Zweck der Befragung, ein repräsentatives Abbild der gesamten Bevölkerung zu erhalten, würde nicht erreicht. Daher wurde in § 7 Mikrozensusgesetz die Auskunftspflicht festgelegt.

Einige Fragen können Sie freiwillig beantworten. Freiwillige Fragen sind im Erhebungsbogen besonders gekennzeichnet oder die/der Erhebungsbeauftragte wird Sie beim Interview darauf hinweisen.

Die Interviewer vermerken für jeden Auswahlbezirk, welche Haushalte von ihnen befragt worden sind, welche Haushalte den Fragebogen selbst ausfüllen wollen, wer nicht angetroffen wurde oder die Auskunft ausdrücklich verweigert hat. Bei Haushalten, die trotz mehrerer Kontaktversuche nicht angetroffen wurden, hinterlegt der Interviewer den Fragebogen mit Rückumschlag im Briefkasten.

Nach Abschluss der Arbeiten im Auswahlbezirk werden die Daten von den Interviewern an das Statistische Landesamt gesendet. Dort prüfen die Mitarbeiter/-innen, ob die Daten vollständig sind und von welchen Haushalten keine Daten vorliegen. Diese Haushalte erhalten vom Statistischen Landesamt ein Mahnschreiben mit der Bitte, die Fragen für alle Haushaltsmitglieder schriftlich oder telefonisch innerhalb einer bestimmten Frist zu beantworten.

Bei Personen, die ihrer Auskunftspflicht nicht nachkommen, ist das Statistische Landesamt vom Gesetzgeber gezwungen, ein Verwaltungszwangsverfahren einzuleiten, und zwar die Androhung und Festsetzung eines Zwangsgeldes in Höhe von 350 Euro plus Verwaltungskosten sowie eventuell ein weiteres Zwangsgeld in Höhe von 700 Euro plus Verwaltungskosten.

Die Auskunftspflicht ist erst erfüllt, wenn der Haushalt die Antwort wahrheitsgemäß, vollständig und innerhalb der gesetzten Fristen erteilt hat; siehe § 7 Mikrozensusgesetz,oder § 15 Bundesstatistikgesetz.

Sie können sich auch bei der Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit über die Rechtslage informieren:
Tel.: +49 421 361-2010
Tel.: +49 471 596-2010
E-Mail: office@datenschutz.bremen.de

Die Fragen, die jedes Jahr im Mikrozensus gestellt werden, beziehen sich auf unterschiedliche Themenbereiche:

  • Personen in Haushalten und Wohnungen
  • Angaben zur Person (z. B. Geschlecht, Geburtsjahr, Familienstand, Staatsangehörigkeit)
  • Erwerbstätigkeit, Beruf, Arbeitsuche
  • Schule, Studium
  • Aus- und Weiterbildung
  • Lebensunterhalt, Einkommen
  • Altersvorsorge
  • Wohnsitz und Erwerbsbeteiligung

Bei anderen Themen reicht es aus, alle vier Jahre danach zu fragen. Dazu gehören Fragen zu folgenden Themenbereichen:

  • Wohnsituation, Migration
  • Kranken-, Renten- und Lebensversicherung
  • Pendlerverhalten
  • Gesundheit

Sie werden sich vielleicht fragen, ob es diese Angaben nicht schon aus anderen Quellen gibt. Viele Themen werden auch in anderen Statistiken erhoben, andere nur mit dem Mikrozensus. Und nur mit dem Mikrozensus ist es möglich, Zusammenhänge zwischen einzelnen Lebensbereichen aufzuzeigen, z.B. den Bildungsstand der Bevölkerung in Verbindung mit der Einkommenssituation.

Neben Ihren Antworten auf die Fragen benötigen wir auch Ihre persönlichen Angaben wie Name und Anschrift. Sie dienen zur Organisation der Befragung in den Statistischen Landesämtern. Die sogenannten Hilfsmerkmale werden strikt von den restlichen Angaben getrennt gespeichert, vertraulich behandelt und vor Zugriffen sicher geschützt.

Die Erhebungsunterlagen einschließlich der Hilfsmerkmale werden nach Abschluss der Aufbereitung der letzten Befragung vernichtet.

Wir haben viele Jahre Erfahrung mit der Durchführung des Mikrozensus. Aus dieser Erfahrung heraus empfehlen wir, die Fragen im persönlichen Gespräch zusammen mit unseren geschulten Interviewerinnen oder Interviewern zu beantworten. So stellt das Interview für Sie die geringste zeitliche Belastung dar und Sie haben keinerlei Schreibarbeit. Die Interviewerinnen und Interviewer verwenden einen Laptop oder Fragebogen, in den sie Ihre Antworten direkt eintragen. Fragen oder Unklarheiten können sofort geklärt werden.

Es ist nicht unbedingt nötig, dass alle Haushaltsmitglieder bei der Befragung anwesend sind. Die Antworten können von einer volljährigen Person stellvertretend für alle Haushaltsmitglieder erteilt werden.

Sie haben auch die Möglichkeit, den Fragebogen selbst auszufüllen. Hierfür erhalten Sie von uns, dem Statistischen Landesamt Bremen, oder den Interviewern die erforderlichen Unterlagen. Den von Ihnen selbst ausgefüllten Fragebogen senden Sie bitte in einem ausreichend frankierten Umschlag an das Statistische Landesamt zurück oder geben ihn dort direkt ab. Bitte denken Sie an die vorgegebene Frist.

Alle ausgewählten Wohnungen oder Gemeinschaftsunterkünfte werden viermal etwa im Abstand von einem Jahr in die Erhebung einbezogen. Diese Wiederholungsbefragungen gewährleisten eine hohe Genauigkeit der Ergebnisse und ermöglichen auch Aussagen über Veränderungen und Entwicklungen in den Haushalten. Wenn Sie fortziehen, wird Ihr Nachmieter bzw. Nacheigentümer im Mikrozensus befragt. Genauso ist es möglich, dass Ihr Vormieter oder Voreigentümer bereits im Vorjahr für den Mikrozensus Auskunft gegeben hat.

Insgesamt werden im Land Bremen rund 3.600 Haushalte befragt. Davon sind 3.000 in der Stadt Bremen und 600 in Bremerhaven. Die ausgewählten Adressen sind jeweils über das gesamte Stadtgebiet verteilt, auch die Interviewtermine sind über das ganze Jahr verteilt. Den Erhebungsplan können Sie hier (pdf, 101.7 KB) einsehen.

Die Interviewerinnen und Interviewer oder „Erhebungsbeauftragte“ (§ 6 Mikrozensusgesetz) sind ehrenamtlich tätig. Sie werden vom Statistischen Landesamt Bremen sorgfältig ausgewählt und ausführlich geschult. Sie sind bezüglich der erhaltenen Auskünfte aus der Befragung zur absoluten Verschwiegenheit gesetzlich verpflichtet.

Die Interviewerinnen und Interviewer haben einen Ausweis, der vom Statistischen Landesamt Bremen ausgestellt ist; dieser ist zusammen mit dem Personalausweis gültig. Bitte zögern Sie nicht, sich den Ausweis zeigen zu lassen. Die Interviewerinnen und Interviewer dürfen Ihre Wohnung nur mit Ihrer Zustimmung betreten.

Folgende Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Interviewer oder Interviewerin müssen Sie mitbringen: Sie sind

  • volljährig,
  • zuverlässig, genau und verschwiegen,
  • kontaktfreudig, freundlich und sympathisch im Auftreten,
  • zeitlich flexibel und
  • bereit, diese Tätigkeit für mehrere Jahre auszuüben.

Gute Deutschkenntnisse und Kenntnisse im Umgang mit einem Laptop sind ebenfalls Voraussetzung. Kenntnisse einer Zweitsprache sind wünschenswert.

Diese Tätigkeit kann nebenberuflich bei freier Zeiteinteilung ausgeübt werden. Die Interviewtermine sind gleichmäßig über das gesamte Jahr verteilt. Für die ehrenamtliche Tätigkeit wird eine Aufwandsentschädigung gezahlt.

Bevor Sie die Haushalte aufsuchen, um die Befragung durchzuführen, werden Sie durch uns ausführlich geschult.

Für die Befragung melden Sie sich einige Tage vorher schriftlich bei den ausgewählten Haushalten an. In der Regel findet das persönliche Interview in der Wohnung der Befragten statt. Das Gespräch wird als „Computer Assisted Personal Interviewing“ (CAPI) geführt, das heißt, Sie als Interviewer erhalten einen Laptop und geben die Antworten während des Gesprächs direkt ein. Die erfolgreich durchgeführten Interviews werden an das Statistische Landesamt Bremen weitergeleitet und dort aufbereitet. Als Interviewer sind Sie zur strikten Verschwiegenheit verpflichtet.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Statistischen Landesamtes übernehmen die Daten aus dem elektronischen Fragebogen bzw. geben die Daten aus den übersandten Erhebungsbogen in ein elektronisches Erfassungsprogramm ein. Dabei werden die Hilfsmerkmale (Name, Adresse) und die Erhebungsmerkmale (Antworten zu den gestellten Fragen) unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen getrennt gespeichert.

Für die statistische Aufbereitung der Befragungsdaten sind laufende Nummern und Ordnungsnummern, die der Herstellung des Haushalts-, Wohnungs- und Gebäudezusammenhangs dienen, erforderlich (z. B. laufende Nummer des Haushalts im Auswahlbezirk). Diese dürfen auf Datenträgern gespeichert werden. Nach Abschluss der Datenaufbereitung werden diese Angaben gelöscht. Übrig bleibt von den Angaben der Befragten letztlich nur ein aus Ziffern bestehender anonymisierter Datensatz. Nachdem die anonymisierten Datensätze aller Befragten zusammengefügt sind, können diese Daten von unseren Statistikerinnen und Statistikern ausgewertet werden.

Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder veröffentlichen die Ergebnisse in Form von Tabellen und Abbildungen in gedruckter Form und online auf ihren Internetseiten. Somit stehen die statistischen Ergebnisse nicht nur Regierung, Parlament, Verwaltung und Wirtschaft, sondern auch der Wissenschaft, den Medien und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Regelmäßige Pressemitteilungen zu den Ergebnissen des Mikrozensus erfreuen sich großer Resonanz in allen Medien.

Beispiele für Ergebnisse aus Bremen finden Sie z.B. auf der Seite "Mikrozensus und andere Haushaltserhebungen".

Bundes- und Länderergebnisse werden vom Statistischen Bundesamt unter www.destatis.de veröffentlicht.

Ja. Ihre Angaben werden grundsätzlich geheim gehalten. Sie dürfen nur für statistische Zwecke verwendet werden. Damit ist ausgeschlossen, dass Einzelangaben der Befragten und daraus gewonnene Erkenntnisse zu Maßnahmen gegen den oder die Befragte verwendet werden.
Bei der Datenverarbeitung werden die Namen und Anschriften von den Erhebungsmerkmalen getrennt gespeichert. Sie dürfen nur zur organisatorischen Durchführung der Erhebung genutzt werden. In den Daten, die statistisch ausgewertet werden, sind keine Namen und Anschriften vorhanden.

Die Weitergabe von Einzelangaben ist nur in einem gesetzlich geregelten Ausnahmefall erlaubt. So ist es zulässig, den Hochschulen oder sonstigen Einrichtungen mit Aufgaben unabhängiger wissenschaftlicher Forschung Einzelangaben zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung dafür ist die Anonymisierung der Daten.

Auch die Angaben, die im Rahmen der EU-Arbeitskräftestichprobe erhoben und ohne Namen und Anschriften an die Europäische Statistikbehörde Eurostat übermittelt werden, dürfen dort nur im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen zugänglich gemacht werden.
Die Interviewerinnen und Interviewer sind gesetzlich zur Verschwiegenheit verpflichtet.