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Überschuldung

Arbeitslosigkeit ist der häufigste Auslöser für Überschuldung

Eine Auswertung der Beratungsgespräche privater Haushalte bei Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen zeigt, dass Arbeitslosigkeit der häufigste Auslöser einer Überschuldung ist (2020: 35,2 Prozent). Als nächsthäufiger Auslöser wird Trennung, Scheidung, Tod des Partners/ der Partnerin (12,0 Prozent) und Erkrankung, Sucht, Unfall (10,7 Prozent) genannt. Dabei betrug 2020 die durchschnittliche Schuldenhöhe 24 011 Euro. Die Überschuldungsintensität lag bei 27, das entspricht Schulden in Höhe von 27 Monatseinkommen. Seit 2016 ist die Überschuldungsintensität von 24 stetig angestiegen.
Deutliche Unterschiede ergaben sich in der Haushaltssituation der beratenen Personen. 40,6 Prozent der Beratungen wurden mit alleinlebenden Männern durchgeführt, 24,4 Prozent mit alleinlebenden Frauen, 18,2 Prozent der Beratungen für Alleinerziehende (darunter 14,5 Prozent alleinerziehende Frauen). Der Anteil der Alleinerziehenden an der Gesamtbevölkerung betrug 2020 allerdings xxx Prozent. Die Gruppe der Alleinerziehenden ist daher überproportional häufig von einer Überschuldung betroffen. Dabei sind in 29,4 Prozent der beratenen Haushalte Kinder betroffen.
Der größte Teil der beratenen Personen war im Alter von 25 bis 55 Jahren, zusammen 72,8 Prozent der Beratungsgespräche. Dabei steigt sowohl die durchschnittliche Schuldenhö-he, als auch die Überschuldungsintensität mit dem Alter stetig an.
Von den Beratungsfällen in 2020 konnten in 19,1 Prozent der Fälle eine außergerichtliche Einigung erzielt werden. In 46,0 Prozent der Fälle wurde ein Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt. In weiteren 11,7 Prozent der Fälle wurden Regelinsolvenzverfahren beantragt. Diese Verfahren kommen bei Selbstständigen zur Anwendung.
Dies sind Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2020, die jährlich bundesweit bei den Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen durchgeführt wird.

Tabellen

Überschuldung privater Personen in Bremen 2016 bis 2020 (xlsx, 37.9 KB)

Methodische Hinweise

Die Überschuldungsstatistik ist eine zentral vom Statistischen Bundesamt durchgeführte, freiwillige Erhebung. Befragt werden Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Deutsch-land, die in der Trägerschaft von Wohlfahrts- und Verbraucherverbänden sowie von Gemeindeverbänden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts stehen oder die als gemeinnützig anerkannt oder als Verein eingetragen sind. Insgesamt gibt es Ende 2020 knapp 1.430 dieser Beratungsstellen in Deutschland, davon 23 im Land Bremen (2020). Entscheiden sich Beratungsstellen zur Teilnahme an der Überschuldungsstatistik, werden mit Zustimmung der Schuldner/-innen die für die Überschuldungsstatistik relevanten Daten an das Statistische Bundesamt übermittelt.
Um keine Rückschlüsse auf einzelne Beratungsstellen oder deren Klienten ziehen zu können, werden keine absoluten Fallzahlen zu soziodemografischen Merkmalen der Betroffenen angegeben. In den Veröffentlichungen werden Angaben hierzu nur als hochgerechnete Aggre-gate oder Anteilswerte ausgewiesen.
Der zentrale Indikator ist die Überschuldungsintensität. Sie setzt die Schuldenhöhe in Relation zum Einkommen der Betroffenen und verdeutlicht dadurch die Schwere einer Überschuldungssituation. In Worten ausgedrückt: Die durchschnittlichen Schulden betragen das x-Fache des durchschnittlichen Einkommens je Monat.

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