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Zensus 2021

Wofür brauchen wir einen Zensus?

Wie viele Menschen leben in den Städten und Gemeinden Deutschlands? Im Jahr 2021 findet der nächste Zensus statt. Aus dieser regelmäßigen Bestandsaufnahme resultiert die amtliche Einwohnerzahl. Sie ist zum Beispiel Grundlage für den Länderfinanzausgleich, für die Einteilung von Wahlkreisen und die Fortschreibung der Bevölkerungsstatistik. Mit Hilfe aktueller Zensusergebnisse können Fragen zur Wohnsituation, zur Altersstruktur und zum Bildungs- und Erwerbsstatus der Bevölkerung beantwortet werden. Diese Daten sind wichtige Planungsgrundlagen, zum Beispiel für den Bedarf an Schulen oder Altenheimen. Die Durchführung eines Zensus wird von der Europäischen Union alle zehn Jahre für alle Mitgliedsstaaten vorgeschrieben.

Wie wird der Zensus durchgeführt?

Der Zensus 2021 wird wie bereits im Jahr 2011 registergestützt durch die statistischen Ämter des Bundes und der Länder durchgeführt. In erster Linie werden Daten der öffentlichen Verwaltung genutzt, wie zum Beispiel Daten aus den Melderegistern. Diese werden durch eine Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) und zusätzliche Befragungen auf Stichprobenbasis ergänzt, sodass nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung direkt befragt wird. Befragungen werden nur durchgeführt, um Über- und Untererfassungen in den Melderegisterdaten zu erkennen und um Angaben zu erhalten, die nicht oder nicht ausreichend in den Daten der öffentlichen Verwaltung vorliegen. Dazu gehören zum Beispiel Informationen über den Bildungsstand oder die Wohnsituation der Bevölkerung.

Seit Mitte August finden im Rahmen des Zensus 2021 Begehungen in Bremen und Bremerhaven statt. Dabei geht es um die Prüfung, ob es sich bei bestimmten Objekten um Wohnraum handelt oder handeln könnte. Dies ist notwendig, da für einige Adressen keine klaren Informationen verfügbar sind.

Die Erhebungsbeauftragten werden dabei keine Gespräche mit Anwohnerinnen und Anwohnern führen, nicht anklingeln und auch keinen privaten Grund betreten. Es handelt sich lediglich um eine Inaugenscheinnahme der Liegenschaften vom öffentlichen Straßenraum oder vom öffentlich zugänglichen Grundstücksteil.
Die Erhebungsbeauftragten werden entsprechende Ausweise mit sich tragen, um sich bei Fragen authentifizieren zu können.

Sie sind in jedem Fall entsprechend §16 Bundesstatistikgesetz zur Geheimhaltung aller bei der Erfüllung dieses Auftrages bekannt gewordenen Tatsachen verpflichtet.

Die Begehung stützt sich auf §10 Absatz 2 Zensusvorbereitungsgesetz 2021.

In Deutschland gibt es bisher keine Verwaltungsregister über Gebäude und Wohnungen, daher wird im Rahmen des Zensus 2021 auch eine Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) durchgeführt. Ziel der GWZ 2021 ist die flächendeckende, vollzählige und aktuelle Erfassung aller am Erhebungsstichtag bestehenden Gebäude mit Wohnraum, bewohnten Unterkünften sowie Wohnungen.

Alle Eigentümerinnen und Eigentümer, Verwalterinnen und Verwalter sowie sonstige Verfügungs- und Nutzungsberechtigte von Gebäuden oder Wohnungen sind verpflichtet, über Ihre Gebäude und Wohnungen Auskunft zu erteilen. Die Ergebnisse der GWZ werden von den Kommunen für wohnungspolitische und raumplanerische Entscheidungen genutzt und dienen als Grundlage für Fortschreibungen der Statistiken im Gebäude- und Wohnungsbereich. Durch Verknüpfung mit den Daten aus Melderegistern kann zudem die Wohnsituation der Haushalte in Deutschland dargestellt werden.

Im Rahmen des Zensus 2021 wird auch eine Gebäude- und Wohnungszählung durchgeführt. Daher werden Eigentümerinnen und Eigentümer, Verwaltungen und sonstige Verfügungs- und Nutzungsberechtigten von Wohnungen oder Gebäuden mit Wohnraum über ihre Objekte befragt. Es gilt eine gesetzliche Auskunftspflicht.

Insbesondere bei Objekten mit Wohnungseigentümergemeinschaften, in denen es uneinheitliche Besitzverhältnisse gibt, erfolgt die erste Kontaktaufnahme in aller Regel über die Verwaltungen. Diese werden vom Statistischen Landesamt Bremen um die Übermittlung von Bestandslisten und später Eigentümerlisten gebeten. Sobald die Verwaltung Informationen über die Eigentümerinnen und Eigentümer an das Statistische Landesamt übermittelt, muss sie diese darüber informieren. Einer expliziten Zustimmung zur Weitergabe der personenbezogenen Daten bedarf es allerdings nicht.

Diese Listen unterstützen zum Stichtag in 2021 dabei, die korrekten und aktuellen Eigentümerinnen und Eigentümer zu ihren entsprechenden Wohnungen als Auskunftspflichtige zu identifizieren.

Es ist vorgesehen, dass Angaben über die Gebäude- und Wohnungsmerkmale nur aus einer Quelle kommen. So wird vermieden, dass es mitunter zu widersprüchlichen Angaben zu gleichen Objekten kommt. Ein einheitliches Vorgehen ist dabei dringend erforderlich. Auskunft erteilen entweder sämtliche Parteien individuell für sich oder die Verwaltung stellvertretend für die gesamte Wohnungseigentümergemeinschaft. Die Verwaltung kann jedoch nur dann stellvertretend für die Eigentümerinnen und Eigentümer Auskunft bei der Haupterhebung erteilen, wenn sie die ausdrückliche Erlaubnis, bzw. den Auftrag der gesamten Wohnungseigentümergemeinschaft dazu erhalten hat.

Die genauen Abläufe und Zuständigkeiten sind im Zensusgesetz 2021 vorgeschrieben, welches Ende 2019 in Kraft trat.

Für die Vorbereitung der Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) wird eine Auflistung aller Anschriften erstellt, an denen Großeigentümerinnen und Großeigentümer Wohnraum besitzen oder verwalten. Diese sogenannten Bestandslisten dienen zur Klärung des Berichtskreises, insbesondere für welche Anschriften und in welchem Umfang Sie auskunftspflichtig sind.

Hier finden Sie alle Informationen und Hilfsmittel zur Erstellung der Bestandslisten.

Die Angaben aus den kommunalen Melderegistern bilden die Grundlage für die amtliche Einwohnerzahl, die mit dem Zensus 2021 festgestellt wird. Da die Melderegister aber nicht frei von Über- und Untererfassungen sind, ist es notwendig, einen zufällig ausgewählten Teil der Bevölkerung persönlich zu befragen. Mit Hilfe dieser Befragung wird geprüft, inwieweit die Melderegisterangaben statistisch korrigiert werden müssen. Zum anderen werden weitere Merkmale – etwa zum Thema Bildung und Beruf – bei den ausgewählten Haushalten erfragt, weil diese nicht oder nicht ausreichend in den Registern der öffentlichen Verwaltung zur Verfügung stehen.

Auch wenn der Zensus 2021 erneut Großteils registergestützt verlaufen wird, sind in bestimmten Bereichen Direktbefragungen und Vollerhebungen nicht vermeidbar.
Darunter fallen die sogenannten Sonderbereiche.

Diese umfassen Wohnheime und Gemeinschaftsunterkünfte. Unterschieden wird dabei zwischen eigenständiger und nicht eigenständiger Haushaltsführung. In Wohnheimen, wie einem Studierendenwohnheim, führen die Bewohnerinnen und Bewohner selbständig einen eigenen Haushalt. In einer Gemeinschaftsunterkunft, etwa einem Krankenhaus oder einer JVA, gibt es hingegen eine zentrale Haushaltsführung. In Wohnheimen werden die Bewohnerinnen und Bewohner direkt befragt. In Gemeinschaftsunterkünften wird stellvertretend die Leitung interviewt.

Diese spezielle Berücksichtigung von Sonderbereichen liegt daran, dass hier aufgrund häufiger Fluktuation und teilweise ungeregeltem Meldeverhalten von einer höheren Fehlerquote auszugehen ist.

Ab März 2020 hat in Bremen eine Vorbefragung innerhalb der Sonderbereiche stattgefunden. Diese umfasste Wohnheime und Gemeinschaftsunterkünfte. Für Wohnheime wurden die Träger vom Statistischen Landesamt Bremen angeschrieben, bei Gemeinschaftsunterkünften die jeweilige Leitung.

Die Vorbefragung wurde mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die Unterstützung.

Die Vorbefragung diente der Vorbereitung der Haupterhebung zum Zensus 2021. Es wurden Daten und Informationen erhoben, welche durch die vorherigen Recherchearbeiten nicht ermittelbar waren. Beispielsweise sollen die Informationen der Vorbefragung nun dafür genutzt, um Sonderbereiche von regulären Wohnungen und Gebäuden mit Wohnraum zu unterscheiden und somit doppelte Befragungen zu vermeiden.

Die Vorbefragung wurde über einen Online-Fragebogen geführt.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Eine Liste von häufig gestellten Fragen (sogenannte FAQs) können Sie hier (pdf, 228.9 KB) einsehen/herunterladen.

Sollten Sie weitere Informationen zur Vorbefragung benötigen, erreichen Sie uns unter der Nummer 0421 361-58161.