Sie sind hier:

Wirtschaftsrechnungen privater Haushalte: Ziele, Aufgaben, Methoden

Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2018: Wo bleibt mein Geld?

Jetzt Mitmachen!

Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) wird von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder alle 5 Jahre durchgeführt. Derzeit werden bundesweit 80.000 Haushalte gesucht, die an dieser Erhebung teilnehmen werden. Im Land Bremen sollen rund 900 Haushalte befragt werden. Die teilnehmenden Haushalte sollen einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung abbilden. Deshalb suchen wir Menschen aller sozialen Gruppen. Egal ob Sie allein oder mit Ihrer Familie zusammen leben, ob Sie jung oder alt sind, ob Sie studieren, einer Arbeit nachgehen, Arbeit suchen oder bereits im Ruhestand sind: Sie alle können mitmachen.

In der EVS geben Sie freiwillig Auskunft über Ihre Einkommenssituation und Ihre Konsumausgaben, über Ihre Ausstattung mit Gebrauchsgütern sowie über Ihre Wohnverhältnisse. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Warum soll ich mitmachen?

Ihr persönlicher Nutzen: Sie gewinnen einen detaillierten Überblick über alle Einnahmen und Ausgaben in ihrem Haushalt. Sie erfahren genau, wofür Sie Ihr Geld ausgeben. Als Aufwandsentschädigung erhalten die teilnehmenden Haushalte im Land Bremen 85 €

Der Nutzen für die Allgemeinheit: Die Erhebung dient der Gewinnung aktueller statistischer Daten über die Zusammensetzung der Haushalte, die Wohnsituation, ihre wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, ihre Ausstattung mit Gebrauchsgütern und Telekommunikationsanschlüssen sowie ihre Einnahmen nach Quellen und Verwendungen für den privaten Konsum, Steuern und Abgaben, Sozialversicherungsbeiträge, Rückzahlung von Schulden, Vermögensbildung und für sonstige Zwecke.

Aufgrund der geringen Stichprobe sind Aussagen für das Land Bremen (pdf, 525.5 KB) jedoch nur begrenzt möglich. Auch ein Vergleich mit den Ergebnissen vorhergehender Einkommens- und Verbrauchsstichproben ist eingeschränkt, weil die Berichtskreise jeweils neu erstellt werden und der Katalog der Gebrauchsgüter an die Wandlung der Verbrauchergewohnheiten angepasst wird.

Sind meine Angaben geschützt?

Ja. Ihre Angaben werden grundsätzlich geheim gehalten. Sie dürfen nur für statistische Zwecke verwendet werden. Damit ist ausgeschlossen, dass Einzelangaben der Befragten und daraus gewonnene Erkenntnisse zu Maßnahmen gegen den oder die Befragte verwendet werden.

Bei der Datenverarbeitung werden die Namen und Anschriften von den Erhebungsmerkmalen getrennt gespeichert. Sie dürfen nur zur organisatorischen Durchführung der Erhebung genutzt werden. In den Daten, die statistisch ausgewertet werden, sind keine Namen und Anschriften vorhanden.

Die Laufenden Wirtschaftsrechnungen werden von den Statistischen Ämtern der Länder in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt bundesweit bei rund 8 000 Privathaushalten, darunter 75 im Land Bremen, durchgeführt. Mit Ausnahme der Haushalte von Selbstständigen (Gewerbetreibende und selbstständige Landwirte sowie freiberuflich Tätige) sind alle privaten Haushalte in den Laufenden Wirtschaftsrechnungen vertreten.

Im Rahmen der Erhebung werden die privaten Haushalte jährlich zu den Haushaltsmitgliedern, ihren Einnahmen und Ausgaben, ihren Wohnverhältnissen und zur Ausstattung mit Gebrauchsgütern, TV-Anschlüssen und Internetzugängen befragt. Dafür müssen die Haushalte Fragebogen ausfüllen:

  • Allgemeine Angaben (Stand: 01.01.)
  • Haushaltsbuch pro Anschreibequartal (3 Monate)
  • Tägliche Ausgaben pro Anschreibequartal (3 Monate).

Als Aufwandsentschädigung erhalten die Haushalte im Land Bremen pro Quartal 105 Euro.

Die methodischen Grundlagen der LWR haben sich im Laufe der Zeit geändert. Auf Grund der unterschiedlichen Erhebungsmethodiken sind die Daten in den drei Zeiträumen vor 1999, 1999 bis 2004 und ab 2005 nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Seit 1999 werden die LWR als repräsentative Quotenstichprobe durchgeführt. Die LWR wurde bis 2007 jährlich durchgeführt, während die EVS nur alle fünf Jahre stattfindet. Durch die Harmonisierung bzw. methodische Anpassung der LWR an die EVS werden seit 2008 die LWR während eines EVS-Jahres ausgesetzt. DIE LWR-Haushalte sollen in vier aufeinanderfolgenden Jahren an der Erhebung teilnehmen.

Die LWR haben große Bedeutung für die amtliche Preisstatistik; hier dienen sie als Datengrundlage für die Ermittlung der Wägungsschemata von Verbraucherpreisindizes. Des Weiteren werden die Daten in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) für die Messung der Kaufkraftparitäten genutzt. Auch außerhalb der amtlichen Statistik gibt es ein breites Spektrum von Nutzern dieser Daten. So werden sie beispielsweise von Ministerien für die Planung der Wirtschafts- und Sozialpolitik, von Forschungsinstituten für Untersuchungen zu Lebensbedingungen und von Unternehmen für Analysen des Verbraucherverhaltens privater Haushalte verwandt.

EU-SILC ist eine europaweit durchgeführte Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen von privaten Haushalten (European Union Statistics on Income and Living Conditions), die in Deutschland seit 2005 unter dem Namen „Leben in Europa“ erhoben wird.

In Deutschland werden für EU-SILC jedes Jahr rund 14 000 Privathaushalte befragt, darunter rund 150 im Land Bremen. Die Haushalte werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Für die Auswahl kommen nur Haushalte in Betracht, die sich im Rahmen der Dauerstichprobe „Haushalte Heute“ freiwillig zu einer Zusammenarbeit mit der amtlichen Statistik bereit erklärt haben. Die ausgewählten Haushalte werden in maximal vier aufeinanderfolgenden Jahren befragt. Auf diese Weise ist es möglich, individuelle Lebenswege über mehrere Jahre hinweg zu beschreiben. So können Veränderungen, z. B. der Eintritt ins Rentenalter, Veränderungen durch Arbeitslosigkeit oder der Einfluss durch eine Geburt besser untersucht und verstanden werden. Auch wenn sich bei den Personen die Verhältnisse nicht ändern, ist eine Teilnahme über mehrere Jahre unerlässlich, um untersuchen zu können, wie sich die Lebensbedingen der privaten Haushalte entwickeln.

Die Befragung wird von den Statistischen Ämtern der Länder in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt durchgeführt. Die Haushalte füllen einen Haushaltsfragebogen und für jedes Haushaltsmitglied, das 16 Jahre oder älter ist, einen Personenfragebogen aus. Die Erhebungsbogen enthalten sowohl Fragen zur Haushaltszusammensetzung, zur Wohnsituation, zum Einkommen und zur Erwerbstätigkeit als auch jährlich wechselnde Module, in denen es z. B. um die Einschätzung des eigenen Wohnumfeldes oder der persönlichen Lebenssituation (z. B. Gesundheit, Wohlbefinden, Freizeitaktivitäten) geht.

Für ihren Zeitaufwand erhalten die Haushalte im Land Bremen als finanzielle Anerkennung für die Führung des Haushaltsfragebogens 15 Euro und für jeden ausgefüllten Personenfragebogen ebenfalls 15 Euro.

EU-SILC ist die erste amtliche Erhebung, die EU-weit harmonisierte und vergleichbare anonymisierte Mikrodaten und Indikatoren über die Lebensbedingungen der Bevölkerung in der Europäischen Union als Basis für eine effiziente und zielgerichtete EU-Sozialpolitik liefert. Sie wurde entwickelt und eingeführt, um die Fortschritte der Mitgliedstaaten in Bezug auf das beim Europäischen Rat von Lissabon im Jahr 2000 formulierte Ziel der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung messen und bewerten zu können. Hierfür wurden Indikatorensets zu Einkommen, Armut und sozialer Ausgrenzung definiert, mit denen der Zielerreichungsgrad gemessen wird.

Nationaler Erhebungszweck ist neben der Erfüllung der entsprechenden EU-Verordnungen die Bereitstellung jährlich verfügbarer amtlicher Querschnitts- und Längsschnittindikatoren zu monetärer Armut und nichtmonetären Aspekten von Deprivation, die auch Eingang in die Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung finden.

Im Projekt „Neukonzeption der Wirtschaftsrechnungen“ sollen die nationalen und europäischen Erhebungen neu geregelt und die neukonzipierten Wirtschaftsrechnungen 2024 eingeführt werden.

Die Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen privater Haushalte (EU-SILC) soll nach dem Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung des Mikrozensus und zur Änderung anderer Statistikgesetze ab 2020 in den Mikrozensus integriert und jährlich mit den Angaben des MZ-Kernprogramms bei rund 700 Haushalten mit Auskunftspflicht durchgeführt werden.

Bei den Wirtschaftsrechnungen handelt es sich im Gegensatz zum Mikrozensus nicht um eine Zufallsstichprobe, sondern um Quotenstichproben. Bei einer Quotenstichprobe wird versucht, eine repräsentative Zusammensetzung der Stichprobe durch die Festlegung von Quoten an bestimmten Merkmalen der Grundgesamtheit herbeizuführen. Die teilnehmenden Haushalte werden entsprechend der Gesamtbevölkerung nach einem Quotenplan bestimmten Haushaltstypen Gliederung nach Haushaltsgröße, Lebensformen, Erwerbsbeteiligung und Haushaltsnettoeinkommen zugeordnet.

Die Wirtschaftsrechnungen werden grundsätzlich in schriftlicher Form durchgeführt. Der erste EVS-Erhebungsteil „Allgemeine Angaben“ wurde 2013 auch als Online-Fragebogen angeboten. Seit Sommer 2015 können die LWR-Haushalte das Haushaltsbuch auch in elektronischer Form führen.

Rechtsgrundlage für die nationalen Wirtschaftsrechnungen ist das Gesetz über die Statistik der Wirtschaftsrechnungen privater Haushalte (PrHaushStatG)