Gegensätze ziehen sich an – heißt es. Doch wenn es um Partnerschaften geht, zeigt sich oft das Gegenteil. Wie das Statistische Landesamt Bremen auf Basis von Endergebnissen des Mikrozensus 2024 mitteilt, hatten von den rund 136.000 Paaren im Land Bremen 60 Prozent das gleiche Bildungsniveau, 40 Prozent der Paare unterschieden sich hinsichtlich des Bildungsniveaus. Bei etwa jedem siebten Paar (14 Prozent) verfügte sowohl der Mann als auch die Frau über ein formal niedriges Bildungsniveau. In 29 Prozent der Paare wiesen beide Partner einen mittleren Bildungsabschluss auf, während 17 Prozent der Paare aus zwei höher gebildeten Personen bestanden. Einen formal höher gebildeten Mann gab es in 25 Prozent aller Paare, in jedem siebten Paarverhältnis (15 Prozent) besaß die Frau das höhere Bildungsniveau.
Jüngere (18 bis unter 45 Jahre) und ältere Paare (ab 45 Jahre) unterscheiden sich hinsichtlich der vorliegenden Bildungsabschlüsse in der Partnerschaft. Jüngere Paare hatten etwas häufiger das gleiche Bildungsniveau (62 Prozent) als ältere Paare ab 45 Jahren (59 Prozent). Bei den jüngeren Paaren zeigte sich eine Tendenz zur höheren Bildung. Etwa 25 Prozent hatten ein hohes, 22 Prozent ein mittleres und 15 Prozent ein niedriges Bildungsniveau. Ältere Paare hatten meist eine mittlere Bildung (32 Prozent). Niedrige und höhere Bildungsniveaus (13 Prozent bzw. 14 Prozent) waren bei Paaren mit gleicher Bildung entsprechend seltener.
In 14 Prozent der älteren Paare haben Frauen das höhere Bildungsniveau, während bei jüngeren Paaren dieser Anteil mit 17 Prozent etwas höher lag. Umgekehrt verfügte der Mann bei 21 Prozent der jüngeren Paare über ein höheres Bildungsniveau, bei älteren Paaren traf dies auf 27 Prozent zu. Daraus ergab sich bei Paaren mit ungleichem Bildungsniveau ein Vorsprung zugunsten des Mannes von rund 13 Prozentpunkten bei älteren Paaren, während dieser Abstand bei jüngeren Paaren mit 4 Prozentpunkten deutlich kleiner ausfiel.
Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklungen ist, dass jüngere Frauen vermehrt höhere Bildungsabschlüsse anstreben. Während 29 Prozent der Frauen zwischen 18 und unter 45 Jahren ein hohes Bildungsniveau hatten, betrug der Anteil bei den Frauen ab 45 Jahren 22 Prozent. Der Anteil der Frauen mit niedrigem Bildungsniveau unterscheidet sich in den beiden Altersgruppen nicht, das bedeutet, dass es bei den jüngeren Frauen eine Verschiebung vom mittleren zum hohen Bildungsniveau gab.
Bei den jüngeren Männern haben 28 Prozent ein hohes Bildungsniveau, das ist jedoch ein geringerer Anteil als bei den Männern ab 45 Jahren (30 Prozent). Zwar ist auch bei Männern zu beobachten, dass der Anteil jüngerer Männer mit mittlerem Bildungsniveau niedriger ist (41 Prozent) als bei den älteren ab 45 Jahren (48 Prozent). Jedoch ist der Anteil jüngerer Männer mit niedrigem Bildungsniveau (31 Prozent) deutlich höher als bei den älteren (22 Prozent).
In den Auswertungen werden gleichgeschlechtliche Paare, Paare unter 18 Jahren sowie Partnerinnen und Partner unterschiedlicher Altersgruppen nicht betrachtet.
Das Bildungsniveau wird gemäß ISCED (International Standard Classification of Education) vor-genommen. In der Gliederung nach ISCED 2011 wird der höchste erreichte Bildungsstand kombiniert aus den Merkmalen allgemeiner Schulabschluss und beruflicher Bildungsabschluss nachgewiesen:
Niedrig
Mittel (Abschlüsse im Sekundarbereich II und Postsekundärer nicht-tertiärer Bereich)
Hoch (Abschlüsse im Tertiärbereich)
Joanna Ronowski
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