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Verdienste und Arbeitskosten: Ziele, Aufgaben, Methoden

In der Vierteljährlichen Verdiensterhebung werden die Anzahl der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer/-innen, ihre bezahlten Arbeitsstunden (nicht von geringfügig Beschäftigten) und ihre Bruttoverdienstsummen einschließlich Sonderzahlungen erfasst. Die Angaben werden nach dem Geschlecht und nach fünf Leistungsgruppen untergliedert. Das Kernmerkmal der Vierteljährlichen Verdiensterhebung ist der Bruttoverdienst der verschiedenen Arbeitnehmergruppen. Dieser ist definiert als (regelmäßig gezahlter) steuerpflichtiger Arbeitslohn gemäß den Lohnsteuerrichtlinien zuzüglich sonstiger Bezüge (= Sonderzahlungen), steuerfreier Zuschläge für Schicht-, Samstags-, Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit, steuerfreier Beiträge des Arbeitgebers für seine Arbeitnehmer im Rahmen der Entgeltumwandlung (z. B. an Pensionskassen oder -fonds nach § 3 Nr. 63 des EStG) und steuerfreier Essenszuschüsse. Der Bruttoverdienst wird als durchschnittlicher Bruttomonats- oder Bruttostundenverdienst dargestellt.

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung umfasst das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich (Abschnitte B bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)). Grundsätzlich werden Betriebe einbezogen, die zum Zeitpunkt der Stichprobenziehung zehn und mehr Arbeitnehmer beschäftigen. Um eine ausreichende Repräsentativität der Ergebnisse zu gewährleisten, werden in ausgewählten Wirtschaftszweigen Betriebe befragt, die zum Zeitpunkt der Stichprobenziehung fünf und mehr Arbeitnehmer beschäftigten. Die Einheiten der Wirtschaftsabschnitte O „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ und P „Erziehung und Unterricht“ (nur WZ 85.1 - 85.4) werden nicht befragt. Die Merkmale dieser Einheiten werden aus der Personalstandstatistik und Tarifangaben geschätzt. Bundesweit werden 40 500 Erhebungseinheiten in Form einer repräsentativen Stichprobe zufällig ausgewählt und im Rahmen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung befragt, im Land Bremen sind es bis zu 900.

Die Periodizität ist vierteljährlich. Aus den vier Quartalsergebnissen werden Jahresdurchschnitte als gewichtetes arithmetisches Mittel berechnet.

Die VSE erfasst die Bruttomonats- und Bruttostundenverdienste in tiefer fachlicher Untergliederung nach Wirtschaftszweigen und persönlichen Angaben über die Arbeitnehmer/-innen wie Geschlecht, Geburtsjahr, die Dauer der Unternehmenszugehörigkeit, Beruf und Ausbildungsabschluss. Zudem werden Merkmale über das Beschäftigungsverhältnis erhoben: Anzahl der bezahlten Arbeitsstunden, Angaben zu Tarifvertrag, Leistungsgruppe, Art der Beschäftigung und den Umfang des Urlaubsanspruchs.

Grundgesamtheit sind die abhängigen Beschäftigungsverhältnisse der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei, des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs (Abschnitte A bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)). Erhebungseinheiten sind Betriebe. Für die Wirtschaftsabschnitte O „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ und P „Erziehung und Unterricht“ (überwiegend) der WZ 2008 wurden die Daten nicht erhoben, sondern aus Daten der Personalstandstatistik abgeleitet. Für Betriebe ohne sozialversicherungspflichtig Beschäftigte werden die Daten nicht erhoben, sondern aus erhobenen Daten imputiert.

Die Erhebung wird im vierjährlichen Abstand durchgeführt. Für die Monatsangaben wird der April als Berichtsmonat herangezogen, die übrigen Angaben beziehen sich auf das Kalenderjahr. Letztes Berichtsjahr ist 2014.

In der AKE werden der Input sowie sämtliche Kosten des Produktionsfaktors Arbeit im Kalenderjahr erfasst. Der Input wird in vier verschiedenen Maßen gemessen: als Jahresdurchschnitt der Beschäftigungsverhältnisse sowie der Vollzeiteinheiten, als Summe der bezahlten Arbeitsstunden und als Summe der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Die Kosten werden detailliert erfasst und aufgegliedert. Für Auszubildende, für geringfügig Beschäftigte und für Beamte werden Arbeitsinput und Arbeitskosten getrennt erfasst, sodass ein getrennter Ausweis sowie ein Ein- oder Ausschluss im Ausweis grundsätzlich möglich wird.

Die Arbeitskostenerhebung ermöglicht Aussagen über die Höhe und die strukturelle Zusammensetzung der Kosten je Inputeinheit Arbeit. Der wichtigste Indikator sind die Nettoarbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde in der Gesamtwirtschaft bzw. nach Branchen und nach Größe des Unternehmens. Weitere wichtige Indikatoren sind der Anteil der Lohnnebenkosten an den Arbeitskosten - insbesondere der gesetzlichen Lohnnebenkosten - sowie die Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden je Vollzeitbeschäftigten.

Grundgesamtheit sind die Betriebe von Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs (Wirtschaftsabschnitte B bis S nach WZ 2008). Die Daten werden überwiegend durch die Befragung einer repräsentativen Stichprobe von Unternehmen gewonnen. Für große Teile des öffentlichen Dienstes können bestehende Datenbestände genutzt werden, auf deren Basis die Berechnung durchgeführt werden.

Die AKE wird alle vier Jahre durchgeführt, letztes Berichtsjahr ist 2016.

Rechtsgrundlagen und Klassifikationen

  • Verordnung (EG) Nr. 530/1999 zur Statistik über die Struktur der Verdienste und der Arbeitskosten
  • Verdienststatistikgesetz (VerdStatG)
  • Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)

Detaillierte Informationen zur Methodik der einzelnen Statistiken sind in den Qualitätsberichten dokumentiert: www.destatis.de